Stillen

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch gerne mal ein wenig zum Thema Stillen erzählen, da ich ja durch die Babylaus nun schon das zweite Kind auf diese Weise ernähre und somit schon so einige Erfahrungen sammeln konnte.

Gleich mal vorweg: Ich möchte hier niemanden missionieren. Jeder sollte das tun,  was er für richtig hält.  Ich möchte niemanden verurteilen,  nur weil er nicht stillt oder anderer Meinung ist,  null und überhaupt nicht denn seit ich stille weiß ich,  dass das ab und an ziemlich nervenaufreibend,  ja sogar anstrengend sein kann.

Als ich mit der großen Laus schwanger war stand für mich von vorne herein fest,  dass ich sie stillen werde, so  es denn funktioniert.  Überall hörte man,  dass Muttermilch das  Beste ist fürs Kind und so wollte ich natürlich eine gute Mutter sein und meinem Kind genau das geben.

Der erste Start war schmerzhaft, sehhhhr schmerzhaft, denn im Krankenhaus zeigte man mir das richtige Anlegen leider nicht, also wurstelte ich mich irgendwie so durch, bis ich dann zuhause war und meine Nachsorge-Hebamme darauf schaute. Sie zeigte mir zwar wie es funktioniert, doch deshalb klappte es noch lange nicht. Es brannte höllisch, doch biss ich tapfer die Zähne zusamnen und ließ mir nichts anmerken…völlig dämlich, denn dafür sind die Hebammen ja da, aber so war ich halt, nur nicht die Blöße geben…*g*

Mit der Zeit gewöhnte sich meine Brust daran und die Schmerzen ließen nach. Die Milch floss in Strömen, so dass ich irgendwann nicht mehr wusste wohin damit. Alles war ständig nass. Sowohl das Bett, als auch meine Shirts. Ich sag euch, das kann verdammt peinlich sein. Da klingelt es plötzlich an der Türe, man unterhält sich nett, denkt nebenbei ans Baby, ihr wisst was ich sagen will…Nunja, auch das hatte ich irgendwann mal im Griff, doch mit einer Notwendigkeit konnte ich mich null und nicht anfreunden, das Stillen in der Öffentlichkeit. Ich weiß, dass es etwas ganz natürliches ist, doch war das einfach nicht mein Ding. Also musste ich nun all meine Aktivitäten nach dem Stillrhythmus planen und kam so recht oft in Stress, was sich dann wiederum aufs Kind auswirkte. So stellte ich mir eine harmonische Stillbeziehung definitiv nicht vor, doch wenn es das Beste ist….

Nun stille ich schon das zweite Kind, doch ganz so turbulent wie bei der großen Laus ist es Gott sei Dank nicht mehr. Zwar ist auch diesmal wieder alles nass, habe ich nen Horror davor, dass die Lausedame plötzlich mitten im Menschenchaos Hunger bekommt, doch gehe ich mittlerweile viel souveräner damit um und weiß mir zu helfen.

Ich genieße auf alle Fälle diese besondere Nähe zu meinem kleinen Herzchen, denn diese wird wohl so nie wieder kommen.

An alle werdenden Mütter unter euch: Habt keine Angst davor und probiert es einfach aus. Auch wenn es evtl. Startschwierigkeiten geben sollte, gebt nicht auf. Muttermilch ist so wichtig fürs Kind! Lasst euch aber auf keinen Fall von irgend wem ein schlechtes Gewissen einreden, wenn ihr euch dagegen entscheidet. Stillen muss für beide Seiten passen, sonst wird es zur Qual.

Ich habe mich mittlerweile gut damit arrangiert und würde auch ein weiteres Kind auf alle Fälle stillen wollen.

LG von Nicole