Wochenbettgeschichten – Warnung für werdende Eltern

Hallo ihr Lieben,

die nachfolgenden Zeilen basieren auf wahren Begebenheiten,  auch wenn die eine oder andere Passage evtl. etwas überspitzt formuliert ist. Sie sollen werdenden Eltern helfen, die Wochenbettzeit so stressfrei wie möglich zu gestalten,  um am Ende nicht in die totale Überforderung hinein zu geraten und im Nachhinein nur noch mit Frust an diese Zeit zu denken.

Sicherlich könnt ihr euch noch gut daran erinnern,  wie ich mir zu Beginn meines Mutterschutzes so einige Dinge vorgenommen habe. In erster Linie zählte dazu, mich zu entspannen und überwiegend Dinge zu tun, die mir Freude machen. Zudem hatte ich die Vorstellung, es die erste Zeit nach der Entbindung erst einmal ruhig angehen zu lassen, wo ich mich damals nach der Geburt von der großen Laus viel zu schnell wieder in den Alltag habe drängen lassen. Ihr erratet sicherlich, dass mir das nicht gelungen ist, sonst würde ich wohl nicht darüber schreiben.

Liest man diverse Elternratgeber, so steht da so nett formuliert: Gönnen Sie sich die erste Zeit viel Ruhe, lassen Sie Verwandte und Freunde für sie kochen und einkaufen, empfangen Sie nur so viel Besuch wie Sie möchten und genießen sie statt dessen die innige Zeit mit ihrem Kind…….Netter Vorschlag, klingt ja ganz verlockend, doch wenn man erst einmal en Detail erklären muss, was er oder sie kochen könnte, möglicherweise noch das Rezept liefern muss und evtl. noch die besten Kochtipps für ein gutes Gelingen in zigfacher Dauerschleife wiederholen muss, dann kocht man doch lieber selbst, oder bemüht den Lieferservice.

Hat man dann, unter welchen Umständen auch immer, sein Mahl verspeist und versucht nun, dem Ratgeber ein wenig zu folgen, in dem man sich ein kleines Mittagsschläfchen gönnt, klingelt garantiert das Telefon und Frau Müller (Namen von der Redaktion geändert) erkundigt sich, ob denn das Päckchen von Frau Schmidt bei uns abgegeben wurde. Diese hatte ihr nämlich erzählt, dass sie von uns noch keinen Dankesanruf erhalten hätte…Ich versichere ihr, dass alles angekommen ist und muss dann noch ein Schweigegelübde ablegen, weil Frau Schmidt ja nicht wissen darf, dass Frau Müller mal bei uns nachgefragt hat…

Wer nach diesen Aktionen noch nicht nach Dubai ausgewandert ist und es aber auch nicht geschafft hat, sich die Passage „empfangen Sie nur so viel Besuch wie Sie möchten“ zu Herzen zu nehmen, weil man quasi keine Chance hat nein zu sagen ohne Gefahr zu laufen, die böse Tochter, Freundin oder Schwiegertochter zu sein, der komnt nun in das „Vergnügen“ einer Tragikomödie, deren Protagonisten die lieben Besucher sind. Da werden beleidigt die Arme verschränkt, weil man vielleicht nicht als Erstes das Baby halten durfte, muss man sich fast entschuldigen wenn man es wagt, um eine kurze Besuchszeit zu bitten…..ich könnte Seiten füllen. Ich möchte ja nicht undankbar sein aber halllllooooo, hat sich vielleicht einmal wer ernsthaft nach meinem Befinden erkundigt nach der Geburt? Eigentlich hätte es da keiner langen Worte mehr bedurft, statt dessen durfte ich mich um das werte Befinden und Seelenheil der Anderen kümmern. Projekt „ich erhole mich im Wochenbett“ gescheitert.

Liebe werdenden Eltern, ich möchte euch ja keine Angst machen, aber überlegt euch gut, ob ihr nicht die erste Zeit nach der Geburt verreisen wollt. Euer Baby ist sicherlich auch nach zwei Wochen noch knufflig und ihr seid dann auf alle Fälle wieder soweit hergestellt, dass ihr über so manche Szene lachen könnt, ich konnte es nicht. Hallo Alltag.

Es grüßt euch mit einem Augenzwinkern

Nicole