Zurück in den Alltag – Und dann?

Hallo zusammen, 

drei Wochen war ich nun daheim, seitdem unser Maikäferchen zurück in den Himmel geflogen ist. Eine Woche davon krank geschrieben und 2 Wochen hatte ich Urlaub, die ich schon, bevor ich wusste was passieren wird, beantragt hatte. Eigentlich wollte ich diese zwei Urlaubswochen genießen, mich auf unser Baby freuen, die ersten Weihnachtseinkäufe tätigen, statt dessen war ich im Krankenhaus, saß ich bei diversen Ärzten rum, oder zermarterte ich mir mein Hirn darüber, warum unser Käferchen nicht weiter leben konnte.

Wirklich viel, so hatte ich schon befürchtet, ist bei den diversen Untersuchungen bisher nicht rum gekommen. Die meisten der Bluttests, die die Ursache für das Auslösen einer Fehlgeburt hätten bestätigen können, waren negativ und die die leicht positiv waren, sind nicht unbedingt Verursacher. Schöne Scheiße. Ich glaube in diesem Fall wäre mir eine Diagnose lieber gewesen, weil man hier evtl. medizinisch hätte intervenieren können. So weiß ich nun genau nichts und habe bei den vergangenen Fehlgeburten, so der O-Ton des Gerinnungsmediziners „einfach Pech gehabt“. 

Zwar wird es nun noch nachfolgende Blutuntersuchungen geben, doch von ihnen verspreche ich mir nicht wirklich etwas, dass mich hoffen lässt, vielmehr müssen mein Mann und ich uns überlegen, was für Konsequenzen das für unsere Familienplanung hat.

Ab morgen beginnt nun wieder der ganz normale Alltag. Einen Teil der Kollegen sehe ich das erste mal seit 3 Wochen wieder, die Anderen habe ich schon gesehen, weil ich im Urlaub mal nen Tag ausgeholfen hatte. Irgendwie fühlt es sich trotzdem komisch und unreal an, dass ich genau dort weiter machen soll, wo ich vor 3 Wochen, noch „Guter Hoffnung“, aufgehört habe.

In diesen 3 Wochen habe ich viel über mich und mein Leben nachgedacht und dabei ist mir mal wieder bewusst geworden, dass ich eigentlich meinen Beruf nur wegen meiner Augen erlernt habe, nicht weil er mir Freude macht und diese Tatsache hat mir die Tage sehr zu schaffen gemacht. Ich habe es quasi am eigenen Leib gespürt, wie kurz ein Leben sein kann und finde, dass man es viel besser und intensiver nutzen sollte….

Ich habe den besten Chef der Welt, überwiegend nette Kollegen, doch hätte ich sie alle gerne in meinem Traumberuf um mich, wäre ich gerne einfach kein Fremdkörper der seinen Beruf nur ausübt, weil er Geld verdienen muss und die Kollegen nett sind….

Luxusprobleme, ich weiß, eigentlich muss ich froh sein, einen so tollen Job zu haben, bin ich ja auch, aber trotzdem spuken die Gedanken immer wieder in meinem Kopf herum.

Ein Traum z.B. wäre es für mich, als Tagesmutter zu arbeiten, Trageberatungen und Babymassage -Kurse anzubieten etc…..Hach es gibt in der Richtung so viele tolle Möglichkeiten, aber auch so viele Dinge, die dagegen sprechen und so muss ich wohl weiter die Zähne zusammen beißen und um meinen Beruf herum Dinge tun, die mich erfüllen und die mir die nötige Kraft und den Antrieb geben, alles andere gut zu meistern, wie z. B. das Nähen.

Kennt ihr solche Gedanken und Zweifel ? 
LG von Nicole