Offener Brief an meine ex Optikerin und Happy End

Guten Tag Frau Z.,

sicherlich fallen Sie jetzt aus allen Wolken, wie ich dazu komme, Ihnen einen Brief zu schreiben.
Diese Verwunderung kann ich sogar direkt verstehen, wo sie in den letzen Monaten so wenig Empathie gezeigt haben, dass es eine Schande ist. Da ist es ja quasi das Tüpfelchen auf dem I, dass mein Bild von ihnen komplett macht

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Als ich vor einigen Monaten zu Ihnen kam, um mir eine neue Brille machen zu lassen, war ich noch guter Dinge. Sie waren freundlich, wirkten kompetent und bemüht und ich fühlte mich in guten Händen. Auch eine Fehlbestellung, die vermutlich durch ein falsch ausgestelltes Rezept ausgelöst wurde, meisterten Sie suverän und Sie machten sich voller Elan daran, eine erneute Bestellung zu bearbeiten. Einige Verwirrungen und Telefonate später kamen Sie dann zu mir, um mir zu verkünden, dass es diese, meine benötigten Gläser, nicht mehr als Kunststoffgläser geben würde, so die Info von Zeiss und ich nun also künftig mit mineralischen Brillengläsern vorlieb nehmen müsse. Ich war erschüttert und wollte diese Aussage nicht glauben. Ich bat Sie darum, da noch einmal genauer nachzuforschen und auch andere Glashersteller anzufragen. Irgendwo auf dieser Welt wird es doch noch jemanden geben, der etwas für mich tun könnte.Ich machte Ihnen meine große Not deutlich, spielte mit Ihnen einige Szenarien durch, was mir mit einer Glasgläserbrille so alles passieren könnte und Sie versicherten mir, dass Sie sich da reinhängen würden.

Ca. eine Woche später bekam ich dann von Ihnen die Mitteilung, dass Sie nichts für mich ausrichten konnten, dass Sie alle möglichen Glashersteller (u. a. auch Essilor) abtelefoniert hätten mit dem Ergebnis, dass diese Gläser definitiv nicht mehr produziert werden würden.

Ich bat um Bedenkzeit, um selbst noch nach Lösungen suchen zu können, doch leider sind da meine Möglichkeiten sehr begrenzt und auch Anrufe bei im Netz recherchierten kleineren Glasherstellern, ergaben nicht wirkliche Alternativen. Also bestellte ich schweren Herzens und mit Zähne knirschen diese mir so verhasste Brille bei Ihnen.

Wochen vergingen, besser gesagt 9 oder 10 und es tat sich nichts. Immer wieder wurde ich vertröstet, dass die Brille bald da sei, Zeiss aber etwas Schwierigkeiten bei der Produktion und Beschichtung hätte…..mich wunderte das nicht, hatte ich den Glauben an die Professionalität von Zeiss ohnehin schon lange verloren (auch bei früheren Brillen hatte ich nur Mallheur mit ihnen). Um diese lange Wartezeit zu überbrücken, forschte ich natürlich weiter und irgendwann bekam ich plötzlich eine Nachricht von einem Freund, der ebenso hochgradig sehbehindert ist, dass er mal bei seinem Optiker nachfragen würde, ich ihm mal meine Werte schicken solle. Das tat ich.

2 Tage später bekam ich dann einen Anruf von meinem Freund und seinem Optiker und dieser bat mich, ich möge doch mal persönlich bei ihm vorbei kommen. Gesagt, getan. Der Optiker sagte mir, dass er keine Schwierigkeiten darin sähe, meine Gläser von Essilor zu bekommen, dass ich allerdings eine Wartezeit von ca. 3 Wochen einrechnen müsste. Nichts lieber als das! Ich bekam eine 1,5 stündige Beratung, wurde vermessen, die Werte wurden nochmal überprüft und ich bekam eine sehr nette Auswahl an Brillen und sogar noch ne Ehrliche Meinung, welches Gestell mir steht und welches nicht.

Hier ist sie nun also, meine neue Brille aus Kunststoff. Ein Anruf meines Optikers genügte. Eine schwere Geburt mit happy End! Zwar musste ich auf diese Gläser auch gute 3 Monate warten, doch das nahm ich gerne in Kauf. Essilor scheute keine Kosten und Mühen, um am Ende ein zufriedenstellendes Ergebnis zu liefern und lies sich auch von mehrmaligen Rückschlägen in Form von Glasschäden nicht beirren. Nun muss ich zwar mit eingeschränktem Gesichtsfeld leben, weil sie es von der Fertigung nicht anders hin bekommen, doch ich kann einen Großteil gut sehen und habe keine 100g auf der Nase.
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Liebe Frau Z, so schaut also ihr „ich habe überall für Sie herum telefoniert, auch bei Essilor“ aus? Wenn Sie das getan hätten, dann hätten Sie eine andere Information für mich gehabt. Statt dessen war es Ihnen völlig egal, wie verheerend das für mich gewesen wäre. Sie hätten es ohne mit der Wimper zu zucken durchgezogen, Ihnen wäre es, pardon, scheiß egal gewesen, ob ich zukünftig mit einem Gewicht einer Tafel Schokolade auf der Nase rumlaufe, oder nicht. Sie hat mein Schicksal null interessiert, das finde ich absolut unterirdisch und peinlich für eine so große Optikerkette wie Ihre und ich finde es auch peinlich, dass Sie als Zweigstellenleitering so unmotiviert sind. Wenn mich jemand in meinem Fachbereich um Hilfe bittet, dann helfe ich da verdammt nochmal, auch wenn ich dafür meine Komfortzone verlassen- und vielleicht neue oder ungewöhnliche Wege gehen muss. Helfen ist toll, helfen macht Freude und sollte eigentlich selbstverständlich sein.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gute Besserung…………natürlich auch gesundheitlich.