Wie wir unsere Kinder durch Musikunterricht auf die Schule vorbereiten können

Hallo zusammen,

seit 2,5 Jahren hat unsere große Laus nun schon Musikunterricht und ich kann nun sagen, dass dies eine unserer besten Entscheidungen war, die wir bisher als Eltern getroffen haben.

Eigentlich halte ich ja nicht viel davon, die Freizeit der Kinder nach der Kita zu verplanen, da wir diese kurzen Momente eigentlich gerne als Familie genießen wollten, doch solange sich der „Termindruck“ auf ein Minimum beschränkt, spricht ja auch nichts dagegen.

Mit der Geburt der kleinen Laus, wurden wir plötzlich vor viele Fragen und Herausforderungen gestellt. Werden wir der Großen gerecht? Wie können wir sie trotz erster, aufregender Babyzeit weiter fördern und fordern? Wie gehen wir mit überschüssiger Energie um, die vielleicht dem neu geborenen Menschlein schnell zu viel werden könnte?

All diese Überlegungen und Fragen schilderte ich eines Tages der Kursleiterin unserer Babymassagegruppe und sie brachte mich auf die Idee, die Große Laus doch im Musikgarten anzumelden. Gesagt, getan. Noch am selben Tag rief ich die Lehrerin an und schon hatten wir einen Termin für die nächste Stunde, im schon laufenden Unterricht in der Tasche.

Seither geht unsere Laus nun also regelmäß9g 1x die Woche zur Musik und ich begleite sie. Mama-Tochter-Zeit, ohne die kleine Schwester.

Schon nach kurzer Eingewöhnungszeit merkte ich, wie gut ihr dieser Musikunterricht tat. War sie oft im Unterricht selbst eine sehr ruhige Zuhörerin, so sprudelte es zuhause nur so aus ihr heraus und auch in die Gruppe wurde sie sehr schnell integriert. Von da an gab es kein Halten mehr. Es wurde gesungen, getanz, geklatscht und gelacht, Kleine Aufführungen organisiert, an welchen die Eltern eine Kostprobe der aktuellen Themen zu hören bekamen. Aber auch wir als Eltern waren gefordert und wurden in manche Spiele und Reigen mit einbezogen.

Seit letzter Woche , nach 2,5 jähriger Vorbereitungszeit, in der sie die ersten musikalischen Grundkenntnisse erworben haben, dürfen die Kindern nun mit ihrem ersten Musikinstrument, der Melodika, beginnen und sind mächtig stolz. Vorspielen, als Gruppe musizieren, einzelne Passagen wiederholen, all das wird nun mit Feuereifer gemacht. Auch hier haben wir Eltern wieder unseren Beitrag zu leisten. Tägliches Üben ist nun angesagt, denn wer nicht übt, hängt schnell in der Gruppe hinterher.image
Ich selbst behaupte zwar von mir, recht musikalisch zu sein, doch habe ich es nicht so mit dem Noten lesen. Durch meine schlechten Augen habe ich das nie so richtig in der Schule gelernt und stehe nun etwas vor dem Problem, wie ich die Laus ausreichend unterstützen kann. Ich singe und spiele sehr viel nach Gehör und habe so ganze Chorwerke auswendig gelernt und auch in diesem Fall werde ich so mit der Laus üben.

Die erste Woche haben wir bisher sehr gut gemeistert. Wir üben täglich ca. eine halbe Stunde zu zweit, ohne den Mann und die kleine Laus, und es macht mir unglaublich viel Freude, die verschiedensten Stimmungen an ihr zu beobachten. Von überschlagender Motivation, bis hin zu „ich mache doch eh immer alles falsch“, war alles dabei, doch je kontinuierlicher wir täglich alles wiederholt haben, desto souveräner sind wir beide mit der Situation umgegangen. Ich habe ihr erklärt, dass Fehler nicht schlimm sind, dass man sich auch 10 x verspielen kann, es dabei aber wichtig ist, die Lust nicht zu verlieren und nicht gleich beleidigt aufzugeben.

Nun haben wir ein ganzes halbes Jahr Zeit, all die so wichtigen Fähigkeiten wie Sozialkompetenz, Motivation, Kontinuität, Toleranz und Disziplin ganz spielerisch zu erlernen, bevor unsere Große in die Schule kommt. Dort aber wird sie dann mit den notwendigen Werkzeugen ausgestattet sein, um gut ins erste Schuljahr starten zu können und ich hoffe…nein, eigentlich bin ich überzeugt davon, dass sie davon sehr profitieren wird.

Was haltet ihr von Musikunterricht vor der Schulzeit? Macht ihr mit euren Kindern auch etwas in diese Richtung, oder habt ihr da vielleicht eine andere Meinung dazu? Mich interessiert das brennend, denn ich bin auch nicht Dr. Allwissend und handle einfach nach Gefühl 🙂

LG von Nicole