Götter in weiß

Hallo ihr Lieben,

heute versuchte ich für die große Laus einen Termin beim Augenarzt zu holen. Bei der Schuluntersuchung wurde uns dazu geraten, die Laus dort vorzustellen um sicher zu gehen, dass mit ihren Augen alles in Ordnung ist.

Zuerst einmal hing ich ca. 15 – 20 Minuten in der Warteschleife fest. Wurde per Sprachnachricht immer wieder aufgefordert, eine Zahl einzugeben, je nachdem was ich denn in der Praxis wollte….dann flog ich einfach so, ohne Vorwarnung aus der Leitung, weil quasi keiner mein Gespräch entgegen nehmen konnte / wollte (Privatpatienten hatten eine separate Leitung).

Also ich dann nach einer gefühlten Ewigkeit doch wen an die Strippe bekam merkte ich schon recht bald, dass man eigentlich keine Lust auf mich und mein Anliegen hatte. Es wurde zig mal nachgefragt, wie das Kind heißt, pampig mitgeteilt, dass es erst wieder ab September Termine gibt und sie auch auf keinen Fall ne Ausnahme machen könnten, obwohl ich ihnen lang und breit erklärte, dass ich nur im August Urlaub habe und es immer etwas aufwändig ist, die Arzttermine mit den Arbeitszeiten zu koordinieren. Nichts zu machen, mit schnippischem Ton wurde ich gefragt, ob es denn Ende Oktober recht sei worauf ich ebenso schnippisch antwortete, dass es das nicht ist und ich mir dann lieber einen anderen Arzt suchen werde, wo ich zumindest freundlich bedient werde, weil man das ja von ihnen offenbar nicht erwarten konnte….einen kurzen Moment lang überlegte ich noch, meinen Mann anrufen zu lassen, der sich als Privatpatient ausgeben sollte….ich wette, wir hätten innerhalb einer Woche einen Termin gehabt.

Letztendlich habe ich dann nach dem zweiten Telefonat zwei Termine bei einer anderen Augenärztin bekommen, die zwar auch erst im August und Oktober sind, doch waren die Mitarbeiterinnen wenigstens freundlich und zuvorkommend und boten mir auch Termine an, die wir als Arbeitnehmer ohne größere Umstände wahrnehmen können.

Eigentlich beobachte ich dieses ganze Ärztedilemma schon seit einigen Jahren. Fachärzte können sich ihre Patienten aussuchen, weil sie quasi ein „Monopol“ auf ihr Können haben und es oft viel zu wenige von ihnen gibt, oder sie machen einfach einen auf Privatarzt und werfen ihre Kassenpatienten hochkant raus, wie bei meinem früheren Augenarzt geschehen.

Ich vermag jetzt nicht zu beurteilen, ob dieses Handeln gerechtfertigt ist, sie von den Krankenkassen einfach zu wenig Geld bekommen haben oder nicht, da will ich mir auch kein Urteil erlauben, doch stinkt es mich dermaßen an, dass das Leben, bzw. die Gesundheit von Otto Normalo offenbar nichts mehr wert ist und statt dessen nur die, die nen dicken Geldbeutel haben, wie immer von hinten bis vorne gepampert werden.

Neulich musste ich sogar ne Horrorgeschichte erfinden, um notfallmäßig nach meinen Augen schauen lassen zu können, sonst hätten sie mir auch erst nen Termin in 3 Monaten gegeben, was bei meinen Augen ja fatal sein kann. Eigentlich müsste ich unter regelmäßiger Kontrolle stehen, um eine evtl. Erblindung zu verhindern. Da reicht die Ansage, ich sehe schwarze Muster im Auge nicht…erst das Zauberwort Lichtblitze führte zum Erfolg…….ich werde also gezwungen zu lügen, um eine ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen zu können, die tatsächlich notwendig ist, so weit ist es schon gekommen?

Ich will jetzt nicht generell alle Ärzte schlecht machen, habe durchaus schon sehr nette mit kompetentem Team kennen gelernt, doch werden die leider immer seltener. Statt dessen traue ich mich schon gar nicht mehr überhaupt zu irgend einem Arzt zu gehen, weil ich entweder von den Angestellten angepampt, hingehalten oder nicht ernst genommen werde und ich denke meine Vermutung ist berechtigt, dass es da nicht nur mir so geht. Dafür bemühen immer mehr Menschen „Dr. Google“ und werfen mit gefährlichem Halbwissen um sich, dass zumindest dann die Krankenkassen kurzfristig nichts kostet.

Ich warte schon darauf, dass das in naher Zukunft immer schlimmer wird und das macht mir sehr viel Angst!

Ich wünsche uns allen ganz viel Gesundheit!

*meckermodusaus*

Liebe Grüße von Nicole