Fluch und Segen Smartfone

Hallo ihr Lieben,

gestern Abend habe ich mich lange mit meinem Mann unterhalten, denn in letzter Zeit sind mir so einige Dinge in unserer Familie aufgefallen, die mich persönlich sehr belasten. Das Hauptthema war die Zeit. Seit wir beide wieder arbeiten, ist sie bei uns Mangelware geworden und das liegt nicht nur an der Arbeit ansich, sondern weil wir daneben auch noch andere Verpflichtungen mit und ohne die Kinder haben, denen wir nachkommen müssen.

Ich möchte nicht lange um den heißen Brei herum reden

und nichts beschönigen. Wenn wir als Eltern dann noch nach Feierabend sämtliche Social-Media-Kanäle abchecken müssen, könnt ihr euch an einer Hand ausrechnen, wie viel Zeit dann noch bleibt, bis unsere Läuse ins Bett müssen und das möchte ich nicht mehr so.

In den letzten Wochen beobachte ich an uns häufiger ein ziemlich hohes Genervtheitslevel, raunzen wir die Kinder oder uns gegenseitig an und das finde ich einfach nicht mehr schön. Ja, ich leide darunter, weil mir meine Kinder leid tun. Eigentlich möchte ich sie ja ständig um mich haben, möchte ich jeden neuen Entwicklungsschritt bewusst mitbekommen und mich an jedem kleinen Lächeln erfreuen. Mit Smartfone vor der Linse geht das aber nicht!

Zeit für Veränderungen. Wir haben also beschlossen, dass künftig die Zeit nach Feierabend, bis die Läuse im Bett sind, ihnen ganz allein gehört. Das Handy wird mit Betreten der Wohnung ausgeschaltet oder zumindest lautlos in eine Ecke gelegt und es ist einfach nur noch Familienzeit angesagt. Wer uns also erreichen möchte, kann das außerhalb dieser Zeit gerne tun oder eben auf das gute alte Festnetz ausweichen.

Als wir dies heute gleich in die Tat umsetzten muss ich gestehen, dass es zu Anfang doch recht ungewohnt war, so ganz ohne das Ding, aber komischerweise gewöhnte ich mich recht schnell daran und konnte gut entspannen. Plötzlich war ich viel ruhiger, brachten mich die Zickereien meiner Großen nicht so schnell aus der Fassung und war mir irgendwann total egal, wer etwas von mir wollte. Tolles Gefühl!

Ich mag mein Smartfone, genieße seine Vorzüge ungemein und bin sehr froh, dass ich auf meinen langen Wegen zur Arbeit damit kommunizieren kann, doch sollte es nie Hauptbestandteil eines Lebens werden. Meines zumindest nicht!

Liebe Grüße von einer erleichterten Nicole