Der Onkel gibt dir Schokolade

Guten Abend zusammen,

als  wir gestern  mit den  Läusen  auf  Cachertour waren, hatten wir eine sehr  unangenehme  Begegnung, vor der  es  wohl allen Eltern graut. Die Begegnung  mit dem  „netten  Onkel  von  nebenan“.

Ihr kennt  das.  Da ist man einige  Zeit ganz friedlich  unterwegs,  bis  dann die  ersten Böckchen kommen und die  Kinderlein plötzlich  nicht mehr laufen  „können“. Überredungskunst, Fehlanzeige. Irgendwann dann das entnervte okkkk, dann gehen wie eben alleine, so auch bei uns.  Das gefiel  der  Großen  natürlich  garnicht  und  so  machte  sie ihrem  Ärger lautstark und tränenreich Luft.

Diese Szene hatte ein vermeintlicher Spaziergänger  offensichtlich ausgiebig beobachtet und näherte  sich, als das größte  Gewitter  vorbei  war, ganz zielstrebig unserem Lausekind.  Mit ruhiger und mitfühlender Stimme sprach  er sie an. „och du,  ja da hats  ja gerade  Tränen  gegeben, na schau, ich guck mal, ob ich was für  dich in meinem  Rucksack  habe, damit  deine  Tränen  ganz schnell  wieder  trocknen“. Er kramte nicht lange und zog  eine  kleine „Tierzeitschrift“ aus seiner  Tasche und einen Schokololly, drückte  sie  der Laus  in die  Hand  und meinte, dass das ein  sooo tolles  Heft  sei mit schönen  Bildern  und  etwas zum Ausmalen….Bei mir klingelten  sämtliche  Alarmglocken.

Wir bedankten  uns dennoch  artig  und  zogen  weiter,  bis  der Mann außer  Sichtweite  war. Dann aber thematisierte  ich diese  merkwürdige  Begegnung sehr intensiv mit der  Laus und erklärte  ihr ganz ruhig  (obwohl  ich  innerlich aufgewühlt war), dass wir  sowohl  das Heft,  als  auch  die  Schokolade, in den nächsten  Mülleimer  werfen  werden,  weil wir diesen  Mann  nicht  kennen und es  eben  nicht  nur  gute  Menschen  auf der  Welt  gibt.  Entgegen  meiner  Befürchtung, akzeptierte sie dies  sofort und stellte nun  einige  Fragen zu diesem Thema und wir versuchten  ihr an vielen Beispielen verständlich  zu machen,  warum es so wichtig ist, weder  etwas  anzunehmen,  noch  mit irgendwem  mitzugehen. Gar nicht so  einfach  da so neutral  und  vorsichtig  zu sein. Ich möchte  meine  Läuse zwar für  künftige  Begegnungen  sensibilisieren,  doch  sollen  sie nun nicht ihre ganze  Kindheit vor  allem  und  jedem  Angst  haben.

In diesem Fall war es am Ende wahrscheinlich nur  ein Missionar  der versuchte ,  uns  oder die Laus  auf  den „rechten Weg“ zu bringen, der Inhalt dieser Zeitschrift lässt  es  zumindest vermuten, doch  schaudert es mich beim Gedanken  daran noch  heute.  Diese Berechnung,  das Kind mit Süßigkeiten  zu locken, das Ruhige  und  Vertrauen erweckende in seiner  Stimme. Widerlich!

Hattet  ihr  auch schon  so Situationen  und  wenn  ja, wie  seid ihr  damit  umgegangen?

Liebe  Grüße von Nicole

  • Carola

    Vor sowas habe ich auch Angst. Bei uns kam sowas zum Glück noch nicht vor, aber mkr graut es genauso davor. Ich muss meiner Großen es auch mal irgendwie versuchen bei zu bringen, aber es ist echt ein kompliziertes Thema welches man wirklich mit bedachten Worten erklären sollte.